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Info Kanal

Abwasser

Die Stadtentwässerung betreibt das vorhandene Kanalnetz und entwickelt dieses fort, damit die Abwässer der Bürger und der Betriebe ordnungsgemäß der Kläranlage zugeführt und gereinigt werden. Die Abwässer, die von der Kanalisation erfasst werden, sind heute die Siedlungsabwässer von Haushalten und Kleingewerbe und zum großen Teil die Niederschlagsabwässer, die von Dachflächen und versiegelten Oberflächen abgeleitet werden.

Die Bürger und die Gewerbebetriebe werden seitens des Fachbereiches Tiefbau u.a. im Hinblick auf Anschlussmöglichkeiten der Grundstücke, evtl. Versickerungsanlagen und Grundstückentwässerungen beraten.


Überblick über das Kanalnetz

Das Borkener Kanalnetz hat eine Länge von ca. 300 km. Hiervon sind ca. 127 km Schmutzwasserkanäle, ca. 121 km Regenwasserkanäle und 52 km Mischwasserkanäle. Hinzu kommen noch ca. 56 km Druckrohrleitungen mit 24 Pumpwerken. Weiterhin befinden sich im Stadtgebiet 59 Einleitungsstellen, denen in 16 Fällen Regenrückhalte-, Regenklär- oder Regenüberlaufbecken vorgeschaltet sind.

Die Pflege dieser vorhandenen Anlagen ist Daueraufgabe der Stadtentwässerung und langfristig zu sichern. Denn die Kanalisation und die Kläranlage stellen einen sehr großen Vermögenswert dar, den es durch wiederkehrende Prüfung und evtl. Sanierungen und Erneuerungen zu erhalten gilt. Dies wird bei der Stadt Borken u.a. auch durch die Einhaltung der Selbstüberwachungsverordnung für Städte und Gemeinden, die für Kanäle und Abwasserbehandlungsanlagen seitens des Landes NRW bereits 1995 erlassen wurde, gewährleistet.


Maßnahmenbeispiele

Neben der abwassertechnischen Erschließung neuer Baugebiete (z. B. BO 48) werden in den kommenden Jahren die Sanierungen im Kanalnetz vorrangig behandelt werden. Hierzu hat für die Ortsteile Borken und Gemen im letzten Jahr zu der bereits vorhandenen Schadenserfassung eine hydraulische Überrechnung des Regenwasserkanalnetzes stattgefunden. Hier steht die Überlagerung der beiden Ergebnisse in einem konkreten Sanierungskonzept noch aus. Für das Mischwassernetz, das sich hauptsächlich im Ortskern Borken befindet, steht eine hydraulische Überrechnung des Netzes an, um auch hier ein Konzept zu erstellen und mit den Sanierungen zu beginnen.

Als sehr wichtig wird auch die Elimination des sog. Fremdwassers aus dem Kanalnetz angesehen. Unter Fremdwasser versteht man falsche Einleitungen in einen Kanal z.B. das Einleiten von Regenwasser in den Schmutzwasserkanal oder das Einleiten von häuslichem Abwasser (Toilette, Waschmaschine usw.) in den Regenwasserkanal, der direkt in dem nächsten Gewässer endet. Um dies zu verhindern, wurde in Teilgebieten schon die Untersuchung auf Fremdwasser durch Nebelungen durchgeführt. Als Ergebnis mussten die betroffenen Anlieger ihre Anschlüsse ändern.


Borken-Gemen

In den letzten Jahren sind Einleitungsgenehmigungen von vielen der 34 innerhalb des Stadtgebietes vorhandenen Einleitungen abgelaufen. Um Verlängerungen dieser Genehmigungen von den Überwachungsbehörden zu erhalten, wurde eine Immissionsbetrachtung über die Auswirkungen aller 34 Einleitungen innerhalb des Stadtgebietes auf die Gewässer notwendig. Aus dieser Betrachtung ergab sich ein Handlungsbedarf an 20 Einleitungsstellen. Dieser Handlungsbedarf kann u. a. "nur" die andere Einstellung einer Drossel bedeuten oder aber den Bau eines großen Regenrückhaltebeckens nach sich ziehen.


Burlo

Für den Ortsteil Burlo soll kurzfristig die Grundlage für die anstehenden Sanierungen durch die hydraulische Nachrechnung und die Erstellung eines Generalentwässerungsplanes geschaffen werden. Wenn dieser vorliegt, wird auch hier eine komplette Sanierungsplanung mit Berücksichtigung der baulichen und hydraulischen Mängel erstellt werden können. Auf dieser Grundlage können dann in den nächsten Jahren alte Kanäle saniert und neue Gebiete erschlossen werden. Auch wird hier zusätzlich eine Untersuchung auf Fremdwasser durchgeführt werden.

Wenn die Einleitungserlaubnisse für das Regenklär- und Regenrückhaltebecken an der Hedwigstraße auslaufen, ist auch dort eine entsprechende Immissionsbetrachtung mit evtl. Folgen für die Auslegung der vorhandenen Becken durchzuführen.


Weseke

Im Ortsteil Weseke sind in den letzten Jahren insgesamt vier Regenrückhaltebecken einschließlich der notwendigen Zuleitungskanäle und Drosselbauwerke erstellt worden, um die Regenwassermenge aus dem Kanalnetz den vorhandenen meisten kleinen Wasserläufen nur gedrosselt zuzuführen. Weiterhin wurde in 2004 im Ortsteil Weseke ein Baugebiet (WE 9) erschlossen und an das vorhandene Kanalnetz angebunden. Parallel zu der üblichen Befahrung des Kanalnetzes mit Kameras und der anschließenden Bewertung der daraus ersichtlichen Schäden ist eine komplette hydraulische Berechnung des Netzes durchgeführt worden. Die Ergebnisse der Kanalhydraulik und der Schadensbewertung bilden die Grundlage für ein Sanierungskonzept, das in 2004 aufgestellt worden ist.
Damit ist gewährleistet, dass neben dem ordnungsgemäßen Zustand des Kanals auch die geforderte Abwassermenge abgeführt werden kann, wenn der Kanal komplett instand gesetzt ist, was die Aufgabe der nächsten Jahre sein wird.
Auch hier wird nach Ablauf der Genehmigung für die Einleitung aus dem Regenüberlaufbecken im Bereich der B 70 eine Gesamtimmisionsbetrachtung für alle Einleitungsstellen im Ortsteil Weseke notwendig werden.


Marbeck

In den letzten Jahren wurde im Marbeck ein neues Regenrückhaltebecken gebaut. Dieses hält u.a. den Regenabfluss aus dem neu erschlossenen Wohngebiet MA 6 zurück. In den kommenden Jahren sind für Marbeck weitere Erschließungen von Baugebieten geplant, dies wird auch die Überrechnung des vorhandenen Netzes einschließlich des vorhandenen Pumpwerkes erfordern. Die Befristungen der Genehmigungen für die 6 vorhandenen Einleitungsstellen werden auch nacheinander enden. Auch hier wird für eine weitere Verlängerung der Genehmigungen die Immissionsbetrachtung für alle Einleitungsstellen parallel durchzuführen sein.

Ihre Ansprechperson

Frau Bettina Demmert

Bettina.Demmert@­borken.de 02861/939-196 Adresse | Öffnungszeiten | Details