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Rede der Bürgermeisterin bei der „Mahnwache Borken für Shalom, Salam und Frieden“

Redemanusskript von Bürgermeisterin Mechtild Schulze Hessing im Rahmen der „Mahnwache Borken für Shalom, Salam und Frieden“ am 15. Oktober 2019 um 19:00 Uhr auf dem Borkener Marktplatz.

- Es gilt das gesprochene Wort -

 

Sehr geehrte Mitbürgerinnen und Mitbürger!

Letzten Mittwoch, am 9. Oktober, dem höchsten jüdischen Feiertag „Jom Kippur“, wurden in der Nähe einer Synagoge in Halle (Saale) zwei unschuldige Menschen bei einem antisemitischen Terroranschlag von einem offenkundig rechtsextremistischen Täter ermordet.

Ich bin tief erschüttert über diese schreckliche Tat. Meine Gedanken sind bei den Opfern und ihren Angehörigen.

„Ein Angriff wie in Halle schien in Deutschland nicht mehr vorstellbar“, sagte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier einen Tag nach dem Anschlag. Und auch ich war schockiert, als ich davon erfuhr.

Dieser feige und abscheuliche Anschlag auf unser friedliches Zusammenleben zeigt, dass Antisemitismus in Deutschland leider nach wie vor lebendig ist.

Meine Damen und Herren,
das ist ein Armutszeugnis für unser Land.

Wir müssen unsere Anstrengungen verstärken, gegen Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit, gegen Hetze, Hass und Gewalt vorzugehen. Wir müssen deutlich machen, dass für rechtsextreme oder linksextreme Propaganda, dass für antisemitische Vorurteile, dass für verbale und tätliche Attacken in unserer Stadt Borken, in unserem Land kein Platz ist.

Wir dürfen nicht nachlassen, uns um Aufklärung zu bemühen und Begegnungen zu initiieren. Treffen mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen wie auch Besuche von Gedenkstätten vermitteln eindringlich und authentisch, was damals geschehen ist. Wer einmal Zeitzeugen gehört oder eine Gedenkstätte aufgesucht hat, wird das nie vergessen. Aber ich halte es auch für wichtig, das Judentum in Deutschland nicht nur unter dem Aspekt der Nazi-Verfolgung zu sehen, sondern zu vermitteln, wie lange Menschen jüdischen Glaubens schon hier ansässig sind und wie sie heute leben.

Unsere Geschichte zeigt uns, wie schnell unsere Werte gefährdet sein können. Und damit ruft sie uns, die wir heute leben, dazu auf, immer genau hinzusehen und sofort einzuschreiten, wenn Menschen bedroht, wenn Freiheit und Demokratie gefährdet sind.

Deshalb, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, ist es so entscheidend, den Anfängen zu wehren und sogleich gegen jedes Anzeichen von Antisemitismus, Rassismus oder Hetze aufzutreten. Deshalb ist es so wichtig, nie nachzulassen, Freiheit, Demokratie und Toleranz zu verteidigen und aufzuzeigen, was geschehen kann, wenn wir es nicht tun. Antisemiten und Demokratieverächter dürfen nie den Eindruck gewinnen, sie sprächen für eine schweigende Mehrheit. Denn das tun sie nicht.

Gerade in der heutigen Zeit versuchen Extremisten und Populisten, einen Keil zwischen die verschiedenen Gruppen in unserer Bevölkerung zu treiben, und gefährden damit den gesellschaftlichen Frieden, der die Basis für ein Zusammenleben von uns allen ist.

Meine Damen und Herren,
Das dürfen wir so nicht hinnehmen!

Die Mehrheit in unserem Land schätzt die Werte unserer Gesellschaft; viele Menschen, viele Borkenerinnen und Borkener treten für sie ein und zeigen Solidarität mit Betroffenen von Hetze und Gewalt.

Sie verwahren sich dagegen, wenn Ewiggestrige, Antisemiten, Populisten oder Fundamentalisten Demokratie, Toleranz und eine offene Gesellschaft infrage stellen, sie engagieren sich für ein gutes Miteinander.

Wir alle müssen Gesicht zeigen, in Borken, in Deutschland – überall!

Danke.

Kontakt für Presse und Medien:

Stadt Borken
Fachabteilung Kommunikation
und Städtepartnerschaften
- Pressestelle -
Im Piepershagen 17
46325 Borken

Ansprechpartnerin:
Julia Lahann
Leitung der Fachabteilung
Telefon: 02861/939-106
Telefax: 02861/939-253
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