Skip navigation

Freiheit Gemen

Der Stadtteil Gemen bietet ein besonderes städtebauliches Ensemble aus der Gemener Freiheit, dem angrenzenden Waldgebiet Sternbusch sowie der Wasserburg Gemen. Es ist insbesondere auch vor dem Hintergrund seiner geschichtlichen Besonderheiten einzigartig im Münsterland.

Gemen, seit 1969 Stadtteil von Borken, entwickelte sich aus der westlich der Wasserburg Gemen gelegenen "Freiheit". Die auf zwei Inseln gelegene Burgsiedlung wurde im 13. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnt. Um diese Zeit war diese Siedlung von Burgmannen, Handwerkern und Hörigen schon auf die Größe des heutigen Ortskerns angewachsen und konnte sich als eine echte "Freiheit" bezeichnen lassen, da sie 1273 als eigener Rechtsbezirk beurkundet wird. Als Freiheit wird seit dem Mittelalter ein Ort benannt, der aus dem Rechtsbezirk der Landesherrschaft ausgegliedert ist und somit einen besonderen Rechtsstatus besitzt.

Den Herren von Gemen gelang es über über Jahrhunderte bis zur Auflösung des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation zu Beginn des 19. Jahrhunderts ihre territoriale Unabhängigkeit gegenüber Bestrebungen der Fürstbischöfe von Münster, die Herrschaft Gemen in ihren Herrschaftsbereich einzuverleiben, zu verteidigen.

Besuchen Sie auch die Interntseite der Freiheit Gemen unter www.freiheit-gemen.de.


Wasserburg Gemen

Foto der Burg in Gemen

Eine der schönsten Wasserburgen im Münsterland. Die um 1100 erstmals erwähnten Edelherren von Gemen waren Vögte des Stifts Vreden und bauten den aus  dem Jahre 1017 stammenden Hof "Gamini" 1411 unter modernen Gesichtspunkten aus. Seit 1946 steht die Burg - inzwischen Jugendbildungsstätte - als Jugendburg unter der Leitung des Bistums Münster.

Stadtteil Gemen


Ackerbürgerhaus Grave

Etwas jüngere Zeitzeugen sind das Ackerbürgerhaus "Haus Grave" im Stadtteil Gemen und das Heimathaus im Stadtteil Weseke. Sie zeigen das ländliche Leben in Borken vor rund 200 Jahren. Diese in Urform wieder aufgebauten Bürgerhäuser werden heute durch die Heimatvereine Gemen und Weseke genutzt.

Stadtteil Gemen


Kath. Pfarrkirche zur unbefleckten Empfängnis, ehem. Franziskanerkirche und Kloster

Kath. Pfarrkirche zur unbefleckten Empfängnis, ehem. Franziskanerkirche und Kloster

Die zu dem historisch, kunstgeschichtlich und städtebaulich hochbedeutenden Komplex von Burg und Freiheit Gemen gehörige Kirchen- und Klosteranlage ist vorzüglich erhalten. Es handelt sich um eine typisch strenge einschiffige Kirchenanlage mit reichgegliederter Fassade in münsterländischen Barockformen und seitlich anschließend die schlichten, aber sorgfältig proportionierten Klostergebäude, heute im Münsterland selten, da die städtischen Klöster fast alle zerstört sind.  mehr ...

Stadtteil: Gemen


Johanneskirche

Evangelische Johanneskirche

Die 1703 errichtete evangelische Johanneskirche liegt außerhalb der alten Freiheit. Die Kirchenfenster mit ihren Wappenscheiben sind heute der bedeutendste Glasfensterzyklus' des Barock in Westfalen. Der Verzicht auf religiöse Darstellungen entspricht reformierter Kirchenauffassung, die sparsame Farbigkeit ist Kennzeichen der Epoche.

Hervorzuheben sind die beiden Fenster neben der Kanzel, gestiftet vom preußischen Königspaar Friedrich I. (1712) und Sophie Luise (1708), die an die seit 1250 bestehende Lehnshoheit Kleves über Gemen erinnern, denn Rechtsnachfolger der Grafen von Kleve waren die Kurfürsten von Brandenburg, die späteren Könige von Preußen.

Daher ließ Wilhelm II. 1897 diese Fenster restaurieren. Auf der Nord- und Südseite gehen weitere Fenster auf Stiftungen zurück, so auf die der Fürstin Maria von Hessen aus dem Hause Wisch-Bronkhorst (1730), des Weseler Bierbrauer- und Bäckeramtes und der Schiffergilde (1710).

Stadtteil Gemen


Sternbusch

Die die Wasserburg umgebende Landschaft wurde in den Jahren um 1720-1730 planmäßig gestaltet. Das bis heute prägnanteste Element ist die Anlage der Sternbusch-Allee, die von der Burg nach Norden in den Sternbusch ausstrahlt und drei Kilometer lang ist. 1926 wurden nordöstlich der Burg drei malerische kleine Wäldchen mit Spazierwegen angelegt: Das Storchennest, Kruse Büskens und das Sophienwäldchen. Diese sind heute als Naturschutzgebiete ausgewiesen. Trotz zahlreicher Umgestaltungen erlaubt ein Rundgang durch den Sternbusch und die Gartenanlagen der Burg lebhafte Eindrücke von der barocken und parkartigen Gestaltung der Schlosslandschaft.

Stadtteil: Gemen