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Fragen- und Antwortenkatalog zur aktuellen Coronavirusentwicklung in Borken, d.h zum Überschreiten des Inzidenzwertes von 100

Stand: 19.03.21

 

Hintergrund:

Nach zunächst rd. 4 Wochen Pendeln der sog. Inzidenzwerte zwischen 50 und 70 sind leider bei uns in Borken die Fallzahlen vor allem seit dem 10.03. massiv gestiegen. Aktuell sind rd. 140 Personen in Borken infiziert, was für unsere Stadt einen Inzidenzwert von knapp 200 bedeutet. Im gesamten Kreis Borken liegt der Inzidenzwert aktuell (Stand: 19.03.) bei 107 bei stark unterschiedlichen Ausprägungen in den einzelnen Kommunen. Die Entwicklung im Kreis Borken entspricht dabei grundsätzlich der bundes- und landesweiten Tendenz.

Damit verbinden sich eine Reihe von Fragen, die wir nachfolgend gern ausführlich beantworten wollen.

 

I. Welche Erkenntnisse ergeben sich aus der Analyse der einzelnen Fälle und der Fallzahlenentwicklung?

Die positive Nachricht vorweg. Erfreulicherweise gibt es nur eine Infektion eines Bewohners/einer Bewohnerin in einer Altenpflegeeinrichtung in der Stadt Borken. Hier zeigt sich, dass die Impfungen in dieser besonders gefährdeten Altersgruppe sehr zuverlässig vor einer Infektion schützen. Auch die prioritäre Impfung des Pflegepersonals war deshalb richtig und wichtig.

Die weitere Detailbetrachtung zeigt, dass offenbar die Mutation des Virus eine erhebliche Rolle bei der jetzigen Infektionsgeschwindigkeit spielt: Die Mutante beherrscht inzwischen das Virus. Dieses ist dadurch aggressiver: D.h. bei ansonsten gleichem Verhalten der Menschen stecken sich mehr Menschen an. Tendenziell infiziert sich inzwischen eine häusliche Gemeinschaft komplett, wenn ein Familienangehöriger die Infektion mit „nach Hause“ bringt. Dies war in der Vergangenheit häufiger auf einzelne Personen konzentriert.

Die ergänzende Analyse für Borken zeigt, dass es nicht die eine Ursache oder den einen Infektionsherd gibt. Die Fälle sind über das ganze Stadtgebiet verteilt, alle Ortsteile und verschiedenste Personenkreise sind betroffen. Festzuhalten ist allerdings, dass mit der zunehmenden Verbreitung der britischen Virusmutante häufiger ganze Familien betroffen sind. Diese Entwicklung ist gerade seit Anfang März zu sehen und führt zu den kurzfristig erheblichen täglichen Fallzahlanstiegen.

Hier die Detailaufschlüsselung für die „Ansteckungsquelle“ im Zeitraum vom 08-16.03.21:

  • Familie : 43
  • Bekannte : 2
  • Arbeit : 14
  • Kindergarten : 8
  • Schule : 4
  • Ungeklärt / sonstige : 4

II. Müssen wir mit Öffnung der Schulen und Kindergärten jetzt Sorgen um unsere Kinder haben? Fördern wir durch den Betrieb der Einrichtungen eine noch schnellere Verbreitung des Virus?

Die Gesundheit und die Bildungschancen der Kinder sowie eine verlässliche Betreuungssituation in den Schulen und in den Kitas liegen uns natürlich besonders am Herzen. Daher haben wir die Infektionsgeschehen in Schulen und Kitas naturgemäß in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt des Kreises besonders aufmerksam begleitet. Seit der sukzessiven Öffnung der Schulen ab dem 22.02. bis zum 18.03.2021 sind in 10 Schulen der Stadt Borken 22 positive Fälle (16 Schüler/innen und 6 Lehrkräfte) aufgetreten. Borken hat insgesamt 19 Schulen und die werden von ca. 9.500 Schüler/innen besucht.

Dies entspricht auch der Analyse auf Kreisebene insgesamt. Insgesamt sind dort zwischen dem 22.02. und 18.03. insgesamt 114 positive Fälle (17 Lehrkräfte/Beschäftigte, 94 Schüler/-innen) in 57 verschiedenen Schulen gemeldet worden.

Im Kreis Borken werden an 124 Schulen ca. 54.000 Schüler/innen unterrichtet.

Obwohl es diese Vielzahl von Infektionen in den Schulen und Kitas gibt, gibt es aufgrund der umfangreichen anlassbezogenen Testungen bislang keine belastbaren Hinweise darauf, dass sich Kinder untereinander vermehrt anstecken, also ganze Klassen oder Kita-Gruppen infizieren. Diese Erkenntnis bestätigt derzeit auch das Robert-Koch-Institut. Schulen und Kitas sind keine generellen Corona-Hotspots.

Offensichtlich greifen die Hygienemaßnahmen und die Entzerrungen, die sich durch den Wechselunterricht, halbierte Klassenstärke und erweiterte Schulbuskapazitäten ergeben. Umso wichtiger ist es, dass alle Schülerinnen und Schüler, aber auch das eingesetzte Personal die einschlägigen Schutzmaßnahmen – vor allem das konsequente Maskentragen - beachten und nicht in ihrer Aufmerksamkeit nachlassen!

Eine ähnliche Einschätzung gibt es für die Kindergärten. Stand heute (18.03.) ist erfreulicherweise nur eine Kita im Stadtgebiet betroffen, wo 2 Kinder und eine Erzieherin aktuell infiziert sind. Um noch mehr Erkenntnisse zu den Infektionsrisiken in der Kita zu bekommen, beteiligt sich der Kreis Borken an einer aktuellen Studie des Robert-Koch-Instituts. Hier werden kurzfristig die Ergebnisse erwartet.

Wichtig: Bislang ist kein Kind im (Kreis) Borken mit schwerem Verlauf an Covid-19 erkrankt! Das muss so bleiben.

Wichtig weiterhin: Um das Personal in den Grund- und Förderschulen und den Kita`s zu schützen und damit die wichtige Bildungs- und Betreuungssituation verlässlich zu sichern, hat das Land ein Sonderkontingent an Impfstoffen für diese Personengruppe zur Verfügung gestellt. Wir haben als Stadt Borken in der Schnelle eine Impfstation im Vennehof für die impfenden Ärzte zur Verfügung gestellt. Ein erster Durchlauf hat bereits stattgefunden. Nach der Überprüfung des Impfstoffes Astrazeneca können die Impfungen ab Samstag fortgesetzt werden.

Bislang war es nur im Ausnahmefall bei einem besonderen Infektionsgeschehen notwendig, eine ganze Kita zu schließen. Dies kann auch künftig erforderlich sein. Unter Berücksichtigung der gesamten Umstände sieht der Kreis aktuell aber nicht die Notwendigkeit, in einzelnen Orten oder kreisweit generell Schulen zu schließen.

Gemeinsam werden wir die weitere Entwicklung der Infektionszahlen und der einzelnen Infektionsfälle in Schule und Kita sehr sorgfältig beobachten und würdigen, um ggf. weitere Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Diese können von erweiterter Maskenpflicht bis hin zur Einschränkung von Präsenzunterricht oder einer Schulschließung reichen. Angesichts der hohen Bedeutung von Präsenzunterricht für die Bildungs- und Entwicklungschancen der Kinder und Jugendlichen sind grundsätzliche Schulschließungen oder Einschränkungen des Präsenzunterrichts auch mit dem Land abzustimmen.

 

III. Was ist mit den Selbsttesten in der Schule?

Das Land NRW hat angekündigt, alle Schulen in NRW mit sogenannten Selbsttests für Schülerinnen und Schüler zu versorgen. Erste Lieferungen sind auch an Borkener Schulen eingetroffen. Aktuell steht allerdings nur ein Testmittel für Schülerinnen und Schüler an weiterführenden Schulen bis zu den Osterferien zur Verfügung. Als Stadt Borken haben wir hier keine Handlungsoption.

 

IV. Haben wir ausreichend Schnelltests für die Bevölkerung?

Wir unterstützen grundsätzlich das Testen der Bürgerinnen und Bürger in Borken. Wir haben den Aufbau von Schnelltestzentren mit forciert. Neben dem Deutschen Roten Kreuz gibt es eine Reihe von Apotheken, Ärzten, und weiterer Anbieter in Borken.

Unter https://www.borken.de/stadtleben/gesundheit/coronavirus/schnellstests-in-borken.html finden Sie die vollständige Liste mit den Anbietern, die in Borken solche Schnelltests derzeit anbieten. Sie finden dort die Kontakt- und Buchungsmöglichkeiten sowie die Zeiten, innerhalb derer die Teststellen zur Verfügung stehen. Die Liste wird von uns fortlaufend aktualisiert.

Wir bitten dringend darum, dass Sie die Testmöglichkeiten nutzen, insbesondere wenn Sie Sorgen oder Zweifel haben, sich angesteckt zu haben. Der Test steht auch für Kinder kostenlos zur Verfügung. Die Gesamtliste für den Kreis mit allen Angeboten in den Kommunen finden Sie unter https://kreis-borken.de/de/newspublic/coronavirus/schnellteststellen/ .

Der Service wird in den nächsten Tagen noch verbreitert. Das Deutsche Rote Kreuz wird auf unsere Bitte einen Bus auf dem Marktpatz aufstellen und dort schnell und einfach Teste anbieten. Dies wird verstärkt auch in der Zeit von 16 – 19.00 Uhr möglich sein. Weitere Informationen dazu folgen.

Darüber hinaus plant das DRK die Inbetriebnahme einer drive-in Teststation auf einem zentralen Platz in Borken, um insbesondere auch den berufstätigen Personen am frühen Morgen oder Abend eine einfache und schnelle Testmöglichkeit anzubieten. Hierzu wird ebenfalls kurzfristig informiert.

 

V. Was kann ich als Einzelperson bewirken um die Situation zu verbessern?

Unser aller Achtsamkeit muss entsprechend der größeren Gefährlichkeit/Ansteckungsfähigkeit des mutierten Virus geschärft werden: Abstand – medizinische oder FFP2 Maske – Lüften! (Folge-)Infektionen in häuslicher Gemeinschaft lassen sich nicht vermeiden, deshalb muss sich alle bei ihren sonstigen Kontaktgelegenheiten umso mehr auf die AHA-L – Regeln konzentrieren.

Die gemeinsame Fahrgemeinschaft, das Zusammensitzen im Büro oder auf der Baustelle, das Meeting oder die Mittagspause. Das gemeinsame Fußballgucken in der Freizeit: Alles, was ohne Abstand und ohne Maske, gerade in geschlossenen Räumen stattfindet, ist momentan brandgefährlich. Unsere Aufmerksamkeit droht nach 12 Monaten Pandemie nachzulassen – das Virus im Gegensatz dazu leider nicht.

Bitte denken Sie daran: Das größte Risiko sich zu infizieren liegt im direkten persönlichen Kontakt.

 

VI. Muss die Stadt Borken stärker eingreifen?

Die Stadt Borken handelt auf der Grundlage der Coronaschutzverordnung, die vom Land erlassen wird. Kreise und kreisfreie Städte können nur in Abstimmung und Zustimmung mit dem Gesundheitsministerium NRW weitergehende Maßnahmen ergreifen.

Die aktuelle Einschätzung des Kreises auf Basis der o.g. Erkenntnisse lautet:

1.   Der Kreis steht zur Bewertung der Situation im Kontakt mit dem Land. Wenn der Inzidenzwert nachhaltig und signifikant über 100 liegt und zudem sehr deutlich vom Landesdurchschnitt abweicht, kommen besondere kommunale Schutzmaßnahmen in Betracht (z. B. erweiterte Maskenpflichten und erweiterte Kontaktbeschränkungen) und sind mit dem Land abzustimmen. Zum jetzigen Zeitpunkt sind nach Einschätzung des Kreises neue verschärfte Regelungen für das Kreisgebiet auf Basis der bisherigen Analyse der Fallzahlen in Abstimmung mit dem Land nicht angezeigt.

2.   Alle Kommunen stehen mit dem Kreis im regelmäßigen engen Austausch.

3.   Unser aller Achtsamkeit muss entsprechend der größeren Gefährlichkeit/Ansteckungsfähigkeit des mutierten Virus nachgeschärft werden.

 

VII. An wen kann ich mich bei Fragen wenden?

Um die borkenspezifischen Fragestellungen nichtmedizinischer Art oder auch Probleme bei der Anreise zum Impftermin der Bürgerinnen und Bürger zu beantworten und zu lösen, hat die Stadt Borken eigens eine Corona-Hotline unter der Telefonnummer

02861/939 555

eingerichtet. Diese ist montags bis freitags von 9:00 bis 13:00 Uhr freigeschaltet.

Sollten Sie weitere nichtmedizinische Fragen zu dieser Thematik haben, steht Ihnen die E-Mail

coronavirus@borken.de

zur Verfügung.

Ansonsten: Wir wollen diese Fragen- und Antwortenliste gern fortsetzen. Schicken Sie uns Ihre Fragen an die o.g. Email-Adresse. Sofern Sie von allgemeinen Interesse sind, werden wir sie in nachfolgenden Ausgaben gern aufnehmen!

Bitte denken Sie daran:

Das Verhalten des einzelnen Menschen in der momentanen Situation ist der entscheidende Schlüssel zur Bewältigung der Krise und vor Versorgung mit ausreichendem Impfstoff.

 

Ihre Bürgermeisterin

Mechtild Schulze Hessing

Nichtmedizinische Fragen / Corona-Hotline:

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Impfzentrum im Kreis Borken:

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