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Archivalien zum Amt Gemen-Weseke für drei Monate nicht verfügbar

Stadtarchiv Borken nimmt an Landesinitiative zum Substanzerhalt von Archivgut (LISE) teil

Zum Schutz der städtischen Archivalien vor dem drohenden Papierzerfall nimmt das Borkener Stadtarchiv nach mehrjähriger Pause erneut an der Landesinitiative zum Substanzerhalt von Archivgut (LISE) teil. Dafür werden Teile des Aktenbestandes „Amt Gemen-Weseke A“ (ca. 1814-1938) über das LWL-Archivamt für Westfalen in Münster zur Papierentsäuerung nach Leipzig bzw. Aschau am Inn verschickt. Das Archivgut aus der zweiten Hälfte des 19. sowie der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wird voraussichtlich im November 2020 wieder benutzbar sein.

Das Projekt zur Förderung des Substanzerhalts von Archivgut wird vom Land NRW finanziell gefördert. An den Gesamtkosten von 3.150 Euro für die Entsäuerung der Borkener Archivalien beteiligt sich die Stadt Borken mit einem Eigenanteil von 40 Prozent, was 1.260 Euro entspricht. Die restlichen 60 Prozent sind Landesmittel. Die fachliche Beratung, Koordination und organisatorische Betreuung übernimmt das LWL-Archivamt in Münster. Etwa 315 Kilogramm Archivgut werden in diesem Jahr entsäuert. Dies ist notwendig, da seit Mitte des 19. Jahrhunderts säurehaltiger Holzschliff zur Papierherstellung benutzt wurde. Die enthaltenen Säuren zersetzen jedoch die Cellulose und erhöhen somit die Brüchigkeit des Papiers. Um diesen Prozess zu unterbinden, wird im Rahmen der Entsäuerung in einer nicht-wässrigen Lösung das Papier in den alkalischen Bereich mit Messwerten zwischen pH 7 und 9 gebracht.

Für mehrere Monate zur Einsicht nicht zur Verfügung stehen vor allem Archivalien aus dem früheren Tätigkeitsbereich der Ordnungspolizei der ehemals selbständigen Ämtern Gemen und Weseke, welche seit April 1937 bis zur kommunalen Neugliederung im Juli 1969 das Amt-Gemen-Weseke bildeten. Darunter fallen Archivalien zur Gaststätten-, Gewerbe- und Lebensmittelaufsicht, zum Gesundheitswesen sowie der Bau-, Beerdigungs-, Feuer-, Melde- oder Sittenpolizei. Weiterhin betroffen sind Archivalien zur Finanzverwaltung, Testamente von Privatpersonen sowie Schriftverkehr mit Rechtsbehörden.

Beim Transport der Archivalien aus dem Magazin im 3. Obergeschoss des Diebesturms werden die Mitarbeiter des Stadtarchivs durch die Borkener Feuerwehr unterstützt. Durch den Einsatz des Drehleiterfahrzeugs entfällt der aufwändige Transport über die 59 Treppenstufen des mittelalterlichen Stadtturms, was zugleich schonender für das Archivgut ist. Zugleich dient dies als Test für den in wenigen Jahren anstehenden kompletten Umzug des Stadtarchivs.

Eine Fortführung der bestandserhalterischen Projekte im Rahmen des LISE-Projekts ist in den kommenden Jahren beabsichtigt. Darüber hinaus ist noch in diesem Jahr die Massenentsäuerung des Bestandes „Stadt Borken B“ (ca. 1803-1945) sowie die Erstellung eines Schadenkatasters für verschiedene weitere Bestände beabsichtigt. Hierfür wurden dem Stadtarchiv über 17.100 Euro Fördermittel des Bundes von der Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts (KEK) zugesagt. Der schriftliche Fördermittelbescheid steht aktuell noch aus, jedoch wurden nach Rücksprache mit der KEK entsprechende Ausschreibungen bereits vorbereitet.

Kontakt:

Stadt Borken
Stabsstelle Kommunikation
und Städtepartnerschaften
- Pressestelle -
Im Piepershagen 17
46325 Borken

Ansprechpartner:
Markus Lask
Leiter der Stabsstelle
Telefon: 02861/939-106
Telefax: 02861/939-253
E-Mail: pressestelle(at)borken.de

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