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Digitaler Unternehmerabend von AIW und Stadt Borken

mit Paralympics-Sportler Heinrich Popow am 21.04.2021

Der digitale Unternehmerabend von AIW und Stadt Borken ist inzwischen ein Garant für gute Gespräche und kreative Impulse, wie Moderator Raimund Stroick am 21.04.2021 wieder einmal treffend eingangs die Runde begrüßte. Um immer für etwas Abwechslung in den Online-Meetings zu sorgen, wurde dieses Mal mit den digitalen ‚Montagsmalern‘ etwas Neues ausprobiert. Als geübte Zeichnerin brachte Annegret Rappers einen Begriff nach dem anderen aufs Blatt und über die Chatfunktion konnten die Teilnehmer dann die Begriffe raten und das ging ganz schön fix. Mit ihrem Business byGretl steht Annegret Rappers für Handgemachtes und hat das Handlettering wieder ‚hip‘ gemacht.

Nach einer ersten Breakoutsession ging es dann in eine kurzweilige Gesprächsrunde, in der Bürgermeisterin Mechtild Schulze Hessing betonte, dass sie „froh und stolz“ sei, wie vorbildlich sich die Menschen während der Corona-Pandemie hier in der Region verhalten. „Wir müssen noch etwas durchhalten!“, aber die Solidarität und der Zusammenhalt in der Bevölkerung würde sie optimistisch stimmen, dass es bald wieder ‚normaler‘ zugehe. Ein großer Vorteil sei unsere ländliche Region, die unglaublich viele Freiräume biete. Besonders positiv sei, dass man trotz der schwierigen Situation nach wie vor viele Arbeitsplätze vermitteln könne. Einen großen Dank richtete sie an alle, die im medizinischen Bereich oder Einzelhandel tätig sind und seit mehr als einem Jahr Tag für Tag ihre Arbeit tun!

„Stillstand bedeutet Rückschritt“ war das Eingangsstatement von Wirtschaftsförderin Julia Ohters, die darüber informierte, dass man derzeit mit Hochdruck an diversen Projekten arbeite, um zum Beispiel dem Leerstand in den Innenstädten entgegenzuwirken. Auch die Themen Nachhaltigkeit und regenerative Energien würden ganz oben auf der Agenda stehen. Im Zuge einer Genossenschaft sei man gerade dabei, eine Wasserstofftankstelle aufzubauen und wer Interesse habe, sei herzlich eingeladen, dabei mitzuwirken.

Auf die Frage von Raimund „Wie soll das alles noch weitergehen?“ brachte AIW Geschäftsführer Andreas Brill ein passendes Bild ins Spiel: „Die aktuelle Situation vergleiche ich immer mit einem Marathonlauf, bei dem die letzten Meter besonders weh tun!“

Dann leitete Raimund zum Gastreferenten Heinrich Popow über, der inzwischen in Borken wohne. Zunächst wurde im Video sein 100 Meter-Sprint gezeigt, für den es die Goldmedaille gab, die er dann auch tatsächlich später einfach aus der Hosentasche zog und in die Kamera hielt. „So wie ich hier stehe, bin ich ein extrem glücklicher Mensch!“  Damit fing seine ganz persönliche Geschichte an, die alle in den Bann zog, denn Heinrich Popow ist es trotz oder gerade wegen seiner Behinderung gelungen, ein sehr erfolgreiches Leben zu führen. Wie es dazu kam, schilderte er eindrucksvoll.

Es sind vor allem die Menschen in seinem Umfeld, die ihn geprägt haben. Da sind seine Eltern, die ihn gefördert und gefordert haben. Als 9-Jähriger bekam er die Diagnose Krebs und der Arzt prognostizierte, dass es nur eines von drei Kindern auf der Station schaffen würde. „Meine Eltern haben damals eine Entscheidung getroffen, nämlich dass diese Krankheit nicht bestimmen sollte, wer ich bin. Ich durfte einfach Kind sein und das ist wohl das Allerwichtigste für mich gewesen.“ Um den Jungen auf die Amputation vorzubereiten, besuchte ihn ein Betroffener, der selbst amputiert war. Wieder eine wertvolle Begegnung: „Dieser Mensch hat mir innerhalb von einer Stunde alle mein Fragen ehrlich und direkt beantwortet und das war die beste Vorbereitung!“

Sein Leben sei in drei wesentlichen Phasen verlaufen, die man ganz gut mit den Phasen der Ampelschaltung vergleichen kann. Denn als die Amputation geschafft war, ging der Kampf eigentlich erst richtig los. In dieser roten Phase kämpfte der Junge mit oder besser gegen die Gesellschaft. Schule und Pubertät waren oft ein Spießrutenlauf, da der offene Umgang und vor allem eine vernünftige Aufklärung fehlten. Dafür setzt sich Popow übrigens heute vehement ein.

Dann kam die entscheidende gelbe Phase, wo er den Sport für sich entdeckte und der Fokus weg von der Behinderung hin zu anderen Herausforderungen gelenkt wurde. In dieser Zeit lernte er seinen Trainer kennen, der ihn maßgeblich prägte. Sein Motto „Programm ist Programm“ ließ keine Ausreden zu und die Behinderung wurde einfach an die Seite geschoben. „Geht nicht, gibt’s nicht“ war ein weiterer Leitspruch, der dafür sorgte, dass Popow die Barrieren im Kopf Stück für Stück abbauen konnte. So erreichte er die grüne Phase, die schließlich mit der paralympischen Goldmedaille gekrönt wurde.

„Die Entscheidung, was und wie ihr etwas tun wollt, fällt ihr in eurem Kopf. Und wenn ihr auf Widerstand stoßt, könnt ihr euch fast sicher sein, dass es genau das Richtige ist!“

Heinrich Popow ist ein echtes Vorbild, ein Mutmacher und Motivator, der den Menschen etwas zurückgeben möchte und sich daher für viele Themen wie Inklusion, Antidoping und Aufklärung stark macht. Dankbar für die positive Botschaft nehmen alle Teilnehmenden gerade in diesen Zeiten viel mit!

Foto: Heinrich Popow
Copyright: AIW

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