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Gesamtschule Borken - Neuanfang auf gutem Grund - Friederike Krämer-Brand beantwortet häufig gestellte Fragen zur Gesamtschule

Gestern hat der Rat der Stadt Borken die Errichtung einer 6-zügigen Gesamtschule im Ganztag beschlossen.

Zur Gesamtschu...

Gestern hat der Rat der Stadt Borken die Errichtung einer 6-zügigen Gesamtschule im Ganztag beschlossen. Zur Gesamtschule Borken und deren Gründung gibt es viele Fragen. Die Stadt Borken als Schulträger lädt deswegen am Dienstag, den 18. Dezember 2012 ab 19.00 Uhr zu einer Informationsveranstaltung in die Borkener Stadthalle Vennehof ein.

Im Vorfeld dieser Veranstaltung möchten wir gerne auf häufig gestellte Fragen antworten:

 

Was hat Sie als Leiterin der Nünning-Realschule (NRS) bewogen, die Leitung der Arbeitsgruppe Gesamtschule zu übernehmen, die das pädagogische Konzept für die neue Gesamtschule in Borken erstellen soll?

Frau Krämer-Brand: Nach fast 17 Jahren Schulleitung der NRS freu ich mich am gemeinsamen Feilen am pädagogischen Konzept der Gesamtschule Borken. Dabei werden mir meine Erfahrungen im Bereich Gesamtschule in Bornheim und Bonn-Beuel sicher hilfreich sein. 

Mein Ziel und das Ziel der Vorbereitungsgruppe ist Kontinuität! Dabei ist es wichtig, zu prüfen, was sich bereits bewährt hat und was auch in der neuen Gesamtschule gelebt werden soll, und was verändert werden soll. Wir wagen also mit der neuen Gesamtschule Borken einen Neuanfang auf gutem Grund, auf dem Boden der NRS.

 

Was bzw. wie ist der Arbeitsstand in der Arbeitsgruppe der neuen Gesamtschule Borken?

Frau Krämer-Brand: Der Vorbereitungsgruppe zur Gründung der Gesamtschule Borken gehören über 20 Personen an: Kolleginnen und Kollegen mit SEK I / SEK II Lehrbefähigung, aber auch Vertreterinnen und Vertreter u.a. aus den Bereichen Jugendhilfe, Förderschule, Grundschulen, einer Hauptschule, Schulverwaltung und der Elternvertretung. Beraten werden wir von Herrn Hohmann, dem Leiter der Gesamtschule in Schermbeck.

Die Gruppe bzw. Teilgruppen haben sich zwischenzeitlich mehrfach getroffen und die Ziele sowie die wesentlichen Merkmale des pädagogischen Konzeptes und der Organisation der zukünftigen Gesamtschule definiert und festgelegt. Auf dieser Grundlage haben wir u.a. ein Faltblatt für die Elterinformation und eine ausführliche Präsentation für die Informationsveranstaltung für Grundschuleltern am 18.12.2012 im Vennehof vorbereitet. Die Borkener Schulöffentlichkeit wird also in den nächsten Tagen ausführlich informiert werden. Weiterhin werden alle Informationen im Internet unter www.borken.de zur Verfügung stehen.

Eine weitere Aufgabe der Vorbereitungsgruppe ist die Vorbereitung des Aufnahmeverfahrens. Im Laufe des nächsten Frühjahres wird dann das Gründungskollegium der neuen Gesamtschule berufen, und die Vorbereitungsgruppe wird ihre Ergebnisse an das Gründungskollegium übergeben. Die weitere Planung der neuen Gesamtschule liegt dann in der Verantwortung des zukünftigen Kollegiums, die Eltern der neuen Gesamtschule werden selbstverständlich auch in diesen Prozess eingebunden.

 

Was sind wichtige Ziele der neuen Gesamtschule in Borken?

Frau Krämer-Brand: Besonders herausgestellt haben wir folgende Ziele:

  • Die Gesamtschule ist eine Schule für alle und steht für Chancengleichheit.
  • Jeder hat Zeit sich zu entwickeln - längeres gemeinsames Lernen hilft dabei.
  • Alle Abschlüsse sind in einer Schule erreichbar - das schließt Offenheit für unterschiedliche
  • Wege, je nach Leistungsentwicklung des Einzelnen oder von Schülergruppen ein.
  • Jedes Kind wählt seine Schwerpunkte je nach Interesse, Neigung und Begabung; das ist eine Grundlage von individueller Förderung.
  • Die Gesamtschule ermöglicht also ein individuelles Lernen ohne Eile und führt i.d.R. in neun Jahren zum Abitur.

Nach dem Motto "Integration statt Selektion" wollen wir die gute pädagogische Arbeit der NRS, die das Gütesiegel „Individuelle Förderung“ trägt, fortsetzen und vertiefen. Ganz wichtig ist uns das gemeinsame Lernen ohne Eile, das Schülerinnen und Schüler in neun Jahren zum Abitur führt.

 

Können Sie schon etwas über die Eckpfeiler des zukünftigen pädagogischen Konzeptes verraten?

Frau Krämer-Brand: Die Schülerinnen und Schüler starten im 5. Schuljahr zu einer gemeinsamen Orientierungsphase. Dazu gibt es ein breites Angebot an Förder- und Forderkursen sowie Arbeitsgemeinschaften, die möglichst allen Schülerinnen und Schülern eine nach Interesse, Neigung und Begabung differenzierte Entwicklung ermöglichen. Nach dem 6. Schuljahr gibt es zudem eine äußere Differenzierung in Grund- und Erweiterungskurse in den Hauptfächern, sodass jede/r auf seinem/ihrem Niveau arbeiten kann. Der Wahlpflichtbereich mit den Fächern Arbeitslehre, Darstellen und Gestalten sowie Naturwissenschaften ergänzt das Lehrprogramm.

 

Gibt es bestimmte Punkte, die spezifisch sind für die Gesamtschule Borken, die aus der Nünning - Realschule erwächst bzw. am Standort NRS entsteht?

Frau Krämer-Brand: Die zukünftige Gesamtschule Borken bietet als 1. Fremdsprache Englisch. Als zweite und dritte Fremdsprache sind Niederländisch, Französisch und Spanisch im Angebot; dazu gibt es verschiedene Einstiegsmöglichkeiten in die zweite und dritte Sprache. Niederländisch soll eine besondere Rolle spielen: Hier möchten wir den bilingualen Zweig der NRS in veränderter Form übernehmen. Wir starten mit 2 Stunden Niederländisch als Begegnungssprache in Klasse 5; anschließend haben die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, sich für einen bilingualen Kurs zu entscheiden und in Klasse 10 mit einem Zertifikat abzuschließen.

Einen großen Stellenwert wird auch die Berufswahlorientierung mit dem Fach Arbeitslehre ab Klasse 5 haben. Die enge und erfolgreiche Kooperation mit dem Berufskolleg in Borken und der Berufsbildungsstätte in Bocholt und Ahaus soll fortgesetzt werden.

Ein weiterer Schwerpunkt soll der MINT-Bereich werden: Informatik-Angebote, Erweiterungskurse in Physik und Chemie sollen in besonderem Maße dazu beitragen, dass die Schülerinnen und Schüler in diesem Bereich gefördert werden.

 

Wie groß soll die Gesamtschule Borken werden?

Frau Krämer-Brand: Die Borkener Gesamtschule wird maximal 6 Züge für die Sekundarstufe I am Standort der NRS anbieten.

 

Wird die neue Gesamtschule Borken im gebundenen Ganztag geführt? Was bedeutet dies für die neuen Schülerinnen und Schüler? Wie ist das Übermittagsangebot gefüllt?

Frau Krämer-Brand: Ja. Hier profitieren wir von den Erfahrungen der NRS, die im dritten Jahr im Ganztag geführt wird und eine enge Kooperation mit außerschulischen Einrichtungen pflegt.

Gebundener Ganztag bedeutet für die neuen 5er konkret: An 3 Tagen regulärer Unterricht bis 14:30 Uhr. Anschließend besteht für die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, an Förder- und Forderangeboten teilzunehmen und so ihre individuellen Neigungen zu pflegen.

 

Gibt es schon Festlegungen im Hinblick auf die Rhythmisierung des Schultages und auf das Raumkonzept?

Frau Krämer-Brand: Erste Ideen haben wir hier schon: Wir möchten, wo immer möglich, den Tag nach dem Doppelstundenprinzip strukturieren. Weiterhin haben wir zum Raumkonzept eine erste Bestandsaufnahme gemacht und vergleichen diese mit dem Raumbedarf einer bis zu 6-zügigen Gesamtschule und deren Differenzierungsbereiche und spezifische Fächerangebote, z.B. Arbeitslehre.

Mit einer kleinen Arbeitsgruppe aus der Verwaltung werden wir das Raum- und Ausstattungskonzept festlegen, die Umsetzung planen sowie weitere Maßnahmen in Bezug auf das Raum- und Ausstattungskonzept der zukünftigen Borkener Gesamtschule koordinieren und steuern. Dabei ist grundsätzlich eine Mitnutzung von Räumen in der benachbarten Johannesschule angedacht.

 

Haben Sie schon eine Rückmeldung aus dem Kollegium der NRS?

Frau Krämer-Brand: Ja, und zwar sehr positive Rückmeldungen. Viele Lehrerinnen und Lehrer sind an einer Lehrtätigkeit an der zukünftigen Borkener Gesamtschule interessiert.

Zum Schluss möchte ich gerne mit Karl Valentin feststellen, dass die Arbeit in der sehr engagierten Vorbereitungsgruppe sehr schön ist, aber natürlich neben dem Hauptgeschäft viel Arbeit macht, die hoffentlich durch einen gelungenen Neustart belohnt wird.

Kontakt für Presse und Medien:

Stadt Borken
Fachabteilung Kommunikation
und Städtepartnerschaften
- Pressestelle -
Im Piepershagen 17
46325 Borken

Ansprechpartnerin:
Julia Lahann
Leitung der Fachabteilung
Telefon: 02861/939-106
Telefax: 02861/939-253
E-Mail: pressestelle(at)borken.de

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