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(Online-Vortrag auf der Videoplattform Youtube) Relative Normalität und wachsender Antisemitismus. Jüdisches Leben heute

Städtische Veranstaltung am Vorabend des Holocaust-Gedenktages im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Geschichte ist mehr ..."

Judith Neuwald-Tasbach (Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Gelsenkirchen)

Wichtige Information:

Aufgrund der aktuell stark steigenden Corona-Fallzahlen wird diese Veranstaltung ohne Zuschauer aufgezeichnet und zeitnah als Online-Vortrag auf dem Youtube-Kanal der VHS Borken zur Verfügung gestellt.

Die Jüdische Gemeinde Gelsenkirchen, die Judith Neuwald-Tasbach seit fast 15 Jahren mit viel Umsicht führt, ist beispielhaft für die Nachkriegsentwicklung und für die gegenwärtige Lage jüdischer Gemeinschaften in Deutschland. Die Zuwanderung russischer Juden aus der zerfallenden Sowjetunion ließ in den 1990er Jahren auch die Gelsenkirchener Gemeinde stark wachsen. Die Stadt Gelsenkirchen und die Landesregierung NRW unterstützten daher den Bau eines Gemeindezentrums mit Neuer Synagoge, das 2007 eingeweiht wurde. Unter der neuen Leitung von Judith Neuwald-Tasbach öffnete sich die Gemeinde mit Erfolg und wachsender Zuversicht für eine breitere Öffentlichkeit. Seit mehreren Jahren indes sind die Gemeindeleitung und die Mitglieder mit einem wachsenden Antisemitismus konfrontiert, der das Alltagsleben prekär macht und im vergangenen Mai in einer hasserfüllten Demonstration vor der Synagoge gipfelte, die bundesweit Entsetzen auslöste.

Im Bewusstsein um die Geschichte und Fragilität jüdischen Lebens in Gelsenkirchen spricht Judith Neuwald-Tasbach über die gegenwärtigen Probleme und Herausforderungen. Ihr 2001 verstorbener Vater Kurt Neuwald, ein Überlebender des Ghettos Riga, hatte 1945/46 in Gelsenkirchen ein neues jüdisches Leben mitbegründet und sich mehrere Jahrzehnte lang an führender Stelle im Landesverband der Jüdischen Gemeinden in Westfalen-Lippe und im Zentralrat der Juden in Deutschland engagiert.

Weitere Information zur Veranstaltungsreihe:

Die Veranstaltungsreihe „Geschichte ist mehr …" ist eine Kooperation des Stadtarchivs mit der Volkshochschule sowie dem Heimatverein Borken. Sie wurde im Herbst des Jahres 2000 begründet, als die Leitung von Stadtarchiv und Stadtmuseum in eine Hand gelegt wurde.

Unter der Programm-Koordination des Stadtarchivs finden im VHS-Forum in der ehemaligen Josefskirche an der Heidener Straße 88 regelmäßig Mittwochsvorträge und -vorstellungen zu verschiedenen Themen der Stadt- und Regionalgeschichte statt.

Termine

  • 26.01.22