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Die Borkener Stadttürme

An einer von 1263 datierten Urkunde hängt der älteste Abdruck des Borkener Stadtsiegels und zeigt eine aus mächtigen Quadern errichtete Burg in romanischer Stilisierung. Die Burgmauer mit Zinnen und Doppeltor wird von 3 mächtigen Stadttürmen überragt. Dieses Siegel, das die Stadt Borken noch heute führt, symbolisiert die Wehrhaftigkeit Borkens. Von dieser einst mächtigen Stadtmauer mit ihren Stadttürmen sind noch 5 Türme und Überreste der Stadtmauer erhalten.


Diebesturm

Stärkster Turm der Stadtbefestigung ist der Diebesturm (früher: Geuturm) mit einer Wandstärke bis zu 2,20 m. Erbaut wurde er 1326 bis 1433. Er hat einen inneren Durchmesser von 5,70 m, ist 16 m hoch und beherbergt in seinen 4 Etagen das Stadtarchiv und das Trauzimmer des Standesamtes, weshalb er heute auch "Liebesturm" genannt wird. Von 1815 bis 1908 war der Diebesturm offizielles Borkener Stadtgefängnis. Auch "Lebenslängliche" mussten im Stadtgefängnis einsitzen.

  


Kuhmturm

Nicht nur Pisa hat einen schiefen Turm, sondern Borken auch. Er neigt sich schon seit langer Zeit bis zu 60 cm aus dem Lot.

Der Kuhmturm hat einen äußeren Durchmesser von 6,10 m und unten eine Mauerstärke von 1 m, oben von 0,80 m. Bis zur Traufe ist er 16 m hoch. 1913 bekam er ein neues Zeltdach, wurde 1978/79 restauriert und dient heute der Nachbarschaft Butenstadt als Versammlungsraum.


Wedemhoveturm

Der Wedemhoveturm, allgemein als Künstlers Turm bekannt, hat einen äußeren Duchmesser von 6 m und eine Höhe von 15 m. Die Mauern sind unten 1 m und oben 0,80 m dick. 1908 wurde der Treppenturm nach dem Vorschlag des Konservators Sudhoff in Münster angebaut. Turm und Treppenturm bekamen ein Kegeldach.
Heute wird der Wedemhoveturm als Versammlungsstätte des Natur- und Vogelschutzvereins genutzt und für kleinere Kunstausstellungen geöffnet.


Windmühlenturm

Der Windmühlenturm ist ca. 15 m hoch (früher mit Dach 18 m) und hat einen äußeren Durchmesser von 6,20 m. Die Mauer ist unten 1,60 m dick und verjüngt sich nach oben abschnittsweise bis auf 0,60 m. Dieser Turm wurde zu Beginn des 17. Jahrhunderts als städtische Windmühle ausgebaut. 1869 wurden die Flügel durch einen Wirbelwind zerstört und der Turm wurde seitdem nicht mehr als Windmühle benutzt. Er wurde 1979/80 restauriert und durch Einziehen von 5 Betondecken stabilisiert.
Der Windmühlenturm befindet sich in Privatbesitz.


Holkensturm

Der Holkensturm an der Wallstraße hat einen inneren Durchmesser von 6,20 m, eine Wandstärke von 1,93 m und eine Höhe von 12 m. Er war zeitweise Wohnung des Stadtkommandanten und wurde 1834 von der Stadt verkauft.
Nach der Kriegsbeschädigung im Jahre 1945 wurden die neugotischen Turmaufbauten abgebrochen. Die Zementfront stammt vom Ende des 19. Jahrhunderts.
Seit 1988 befindet sich der Turm wieder im Eigentum der Stadt und wird sowohl als Tagungsstätte der SPD-Fraktion wie auch als kleines Kommunikationszentrum genutzt.